<- BahnhofsgeländeFirmenareal Dengler ->forum ebhausen 19 Acrylscheiben backhaus 2020 03 17

Das Backhaus

Das Backhäusle in Wöllhausen entstand ca. zwei Jahre nach dem Einbau der Backöfen im alten Rathaus, also um 1870.
Beide Backhäuser sind Gemeindeeigentum.

image1
Backhäusle rechts, links das spätere Haushaltsgeschäft Dengler in einer Zeichnung von Karl Schöttle

Backhäusle und Backstube wurden jahrzehntelang rege von den Hausfrauen genutzt. Gebacken wurde der Bedarf an Schwarzbrot, dazu Weißbrot, Zwiebelkuchen, Hefezopf, Apfel- und Zwetschgen“stegleng“ sowie in der Adventszeit die „Christtagsbredle“ und kurz vor Weihnachten und Silvester die Christtags- und Neujahrsbrezeln. Wenn der Ofen leer war, nutzte man die Restwärme zum Dörren von Zwetschgen und Birnen, den „Schnitz“, die dem Schnitzbrot seinen Namen gaben.

Im Wandel der Zeiten gab es immer weniger Familien, in denen das Brot selbst gebacken wurde, und so blieben die Backöfen im Backhäusle und in der Backstube immer öfter kalt, notwendige Renovierungsarbeiten wurden nicht mehr ausgeführt.

Dies führte dazu, dass sich die „Aktionsgemeinschaft zur Erhaltung der Tradition BACKHAUS“ gründete. Initiatoren und federführend dabei waren Horst Held, Hermann Rauser und Kurt Schmid.

image1
Im Dezember 1980 erfolgte die Auszeichnung vom Land Baden-Württemberg für „Vorbildliche kommunale Bürgeraktion“, Preis: 2.000 DM!

image1
Vom Backhaus und Ziegelbrunnen aus geht der Blick in Richtung Raiffeisenbank (dunkles Gebäude)

image3

Weitere Aktionen damals:
image4
Flohmärkte, Backkurse mit Abschlussdiplom

ZIEGELWEG / ZIEGELBRUNNEN

Der Ziegelweg und Ziegelbrunnen halten die Erinnerung wach an eine Ziegelhütte, die früher einmal etwa dem Bereich des ehemaligen Bahnhofsgeländes entsprach. Diese Ziegelhütte wird in der Oberamtsbeschreibung Nagold von 1862 mehrmals als bedeutender Gewerbebetrieb genannt.

Der Brunnen, der sich auf dem Gelände der einstigen Ziegelhütte befand, war wegen seines besonders erfrischenden Wassers beliebt.

Dies schätzte auch einst der Waldhornwirt, der dort ein abgeschlossenes Bassin betrieb, um Fische fangfrisch auf den Teller bringen zu können.

image5
Zeichnung von Karl Schöttle: Der Ziegelbrunnen in einer späteren Darstellung, im Hintergrund das Bahnhofgelände

image6
Der Ziegelbrunnen heute, dahinter das Backhaus

<- BahnhofsgeländeFirmenareal Dengler ->

Quellenangaben
Ortschronik Ebhausen: Prof. Dr. Konrad Dussel, Ebhausen- Geschichte und Gegenwart der Nagoldtal- Gemeinde
FORUM Ebhausen (Hellwig, Eisele), Das Dorf und der Flecken
Maria Noack, Mein Heimatort Ebhausen
Karl Schöttle, Zeichnung
Fotos
Archiv FORUM Ebhausen